Thorsten Holzhauser

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Information

Thorsten Holzhauser, geboren 1985 in Kaiserslautern, studierte als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft in Mainz. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Neueste Geschichte des Historischen Seminars, aktuell im bundesgeförderten Projekt “Regimewechsel und Elitenkontinuität in post-totalitären Demokratien nach 1945”. Er gehörte von April 2015 bis April 2017 als Juniormitglied der Gutenberg-Akademie für den wissenschaftlichen Nachwuchs an und nahm von September bis Dezember 2017 eine Gastdozentur an der University of Glasgow wahr, die durch ein Stipendium der Hoechst-Stiftung für den wissenschaftlichen Nachwuchs gefördert wurde. Seit Dezember 2017 ist er gewählter Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Leitungsgremium des Historischen Seminars.

Post-Doc-Projekt | Dissertationsprojekt | Auszeichnungen und Förderungen | Veröffentlichungen | Lehrveranstaltungen

Post-Doc-Projekt (laufend)

Regimewechsel und Elitenkontinuität in post-totalitären Demokratien nach 1945: Die Bundesrepublik Deutschland im internationalen Vergleich.

Dissertationsprojekt (abgeschlossen)

Die „Nachfolgepartei“. Der Streit um die Integration der PDS in das politische System der Bundesrepublik (1990-2005) [2013-2018, betreut von Prof. Dr. Andreas Rödder, bewertet summa cum laude]

Der Umgang mit der „SED-Nachfolgepartei“ PDS, Vorgängerin der heutigen Linkspartei, und ihre Integration in das politische System der Bundesrepublik gehörte in den 1990er und 2000er Jahren zu den umstrittensten Themen der deutschen Politik. Dass die Partei dereinst selbst zum „Establishment“ der Republik zählen würde – mit Ministerposten in drei Bundesländern und Landtagsmandaten in West und Ost – war lange Zeit unvorstellbar. An ihr entzündeten sich ähnliche Debatten wie heute an der AfD: Sollte sie noch weiter eingebunden werden, gar Verantwortung im Bund übernehmen? Oder war die Partei nicht vielmehr politisch zu isolieren, um ihren weiteren Aufstieg zu verhindern? Diese Fragen berührten das Selbstverständnis der Republik, ihr Verhältnis zu Diktatur, Demokratie, Marktwirtschaft und Sozialismus, die außenpolitische Zuverlässigkeit und den Umgang mit der Vergangenheit.

Die Arbeit zeichnet diesen Integrationsprozess der PDS in das politische System der Bundesrepublik nach und fragt nach seinen Ursachen, Umständen und Grenzen: Wie, warum und inwieweit konnte sich die PDS im politischen System der Bundesrepublik etablieren und integrieren? Der Blick richtet sich damit auf die PDS selbst, aber ebenso auf ihre Wettbewerber und auf die Debatten in der politischen Öffentlichkeit. Die Studie stellt somit nicht nur einen Beitrag zur Geschichte der Wiedervereinigung und des deutschen Parteiensystems dar, sondern fragt nach übergeordneten politisch-kulturellen Entwicklungen am Ende des Ost-West-Konflikts, zwischen „Antitotalitarismus“, „Postideologie“ und „Neoliberalismus“.

Poster zum Dissertationsprojekt, Doktorandenforum des 51. Historikertags, Hamburg, 20.-23. September 2016.

Auszeichnungen und Förderungen

2017: Stipendium der Hoechst-Stiftung für den wissenschaftlichen Nachwuchs für einen Forschungs- und Lehraufenthalt an der University of Glasgow

2015-2017: Junior-Mitgliedschaft in der Gutenberg-Akademie für den wissenschaftlichen Nachwuchs

2014: Preis der Vierteljahrshefte für den Aufsatz des Jahres

2005-2011: Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes

Veröffentlichungen

(im Erscheinen) Neoliberalismus und Nostalgie. Politische Re-Formationen und die Entstehung der Linkspartei im vereinten Deutschland. In: Geschichte und Gesellschaft 44 (2018), H. 4.

Extremisten von gestern – Demokraten von heute? Zum Umgang mit systemfeindlichen Parteien am Beispiel von Grünen und Linkspartei. In: Mitteilungen des Instituts für Parteienrecht und Parteienforschung 24 (2018), S. 5-13.

(w/Antony Kalashnikov) Communist Successors and Narratives of the Past: Party Factions in the German PDS and the Russian CPRF, 1990-2005. In: Agnieszka Mrozik/Stanislav Holubec (eds.), Historical Memory of Central and East European Communism. Abingdon 2018 (Routledge Studies in Cultural History), pp. 41-73.

„Niemals mit der PDS“? Zum Umgang der SPD mit der SED-Nachfolgepartei zwischen Ausgrenzung und Integrationsstrategie (1990-1998). In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 62 (2014), 2, S. 285-308. DOI: 10.1515/vfzg-2014-0014
(ausgezeichnet mit dem Preis der Vierteljahrshefte für den Aufsatz des Jahres 2014)

(zusammen mit Andreas Lutsch) The Territorial State after 1989: Decline, Transformation, or Persistence? Conference organized by Andreas Rödder, Gerda Henkel Visiting Professor 2012/13, supported by the German Historical Institute London, the Gerda Henkel Foundation, and the London School of Economics, and held at the GHIL, 28-29 June 2013. In: German Historical Institute Bulletin 35 (2013), 2, S. 182-187.

(zusammen mit David Schumann, Andreas Lutsch und Peter Merg) Kapitalismus und Demokratie. Die Diskussion. In: Günther Nonnenmacher/Andreas Rödder (Hrsg.), Kapitalismus und Demokratie. Vierte Tendenzwende-Konferenz der F.A.Z. am 15. und 16. November 2012 in Berlin. Frankfurt am Main 2013, S. 45-47.

Drei Fragen zum Staats- und Verfassungssystem der Vereinigten Niederlande im 17. und 18. Jahrhundert. In: Skriptum 1 (2011), 1, S. 41-68. URN: urn:nbn:de:0289-2011051832

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2017/2018

  • Englischsprachige Übung: German Reunification: an international perspective

Autumn term 2017 (als Visiting Lecturer an der University of Glasgow)

  • Honours Course (lectures and seminars): The History of German Reunification 1989/90: An international perspective

Wintersemester 2016/2017

  • Übung Englische Quellenlektüre: The Thatcher Years (Kurs A & B)

Wintersemester 2015/2016

  • Übung Historische Darstellung: Die Ära Adenauer
  • Hauptseminar: Die Neuordnung Europas nach 1989 (mit Prof. Rödder)

Sommersemester 2015

  • Proseminar: Antikommunismus in der Geschichte der Bundesrepublik
  • Übung und Exkursion: „Blühende Landschaften“ revisited. Sachsen nach 25 Jahren Wiedervereinigung (zusammen mit Anna Kranzdorf)

Wintersemester 2014/2015

  • Proseminar: Die politische Kultur der Weimarer Republik

Sommersemester 2014

  • Übung: Grundlagen, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft (Kurs A & B)
  • Hauptseminar: Der Sturz der SED und das Ende der DDR (Seminarassistenz bei Prof. Rödder)